Kew Gardens
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citta, London,
Kew
Die Royal Botanic Gardens in Kew, allgemein bekannt als Kew Gardens, befinden sich im Stadtteil Richmond upon Thames in London und sind einer der wichtigsten und größten botanischen Gärten der Welt. Gegründet im Jahr 1759 von Augusta, der Prinzessin von Wales, haben sich diese Gärten von einem einfachen königlichen Park zu einem international bedeutenden Zentrum für botanische Forschung und Erhaltung entwickelt.
Die Geschichte der Kew Gardens ist eng mit der britischen Königsfamilie verbunden. Das Gelände wurde 1731 von Frederick Louis, dem Prinzen von Wales, erworben, der begann, die Gärten als Erholungsort zu entwickeln. Seine Frau, Augusta, setzte die Arbeit fort und gründete 1759 den eigentlichen botanischen Garten. Dieser ursprüngliche Garten war der Kultivierung exotischer Pflanzen gewidmet, die von Entdeckern und Botanikern aus der ganzen Welt gesammelt wurden.Während der Herrschaft von George III. wurden die Gärten erweitert und bereichert, vor allem durch den Einfluss von Sir Joseph Banks, einem berühmten Botaniker, der zum Direktor der Kew Gardens ernannt wurde. Banks hatte mit James Cook gereist und zahlreiche exotische Pflanzen nach Kew gebracht, was dazu beitrug, die Gärten in ein weltweit führendes botanisches Forschungszentrum zu verwandeln.Eines der ikonischsten Symbole der Kew Gardens ist das Palm House, entworfen von Decimus Burton und zwischen 1844 und 1848 von Richard Turner erbaut. Dieses außergewöhnliche Beispiel viktorianischer Glas- und Eisenarchitektur wurde von den Schiffbautechniken der Zeit inspiriert und war eines der ersten großen Gebäude aus Eisen und Glas, die je gebaut wurden. Das Palm House beherbergt eine umfangreiche Sammlung tropischer und subtropischer Pflanzen und bietet den Besuchern ein einzigartiges und immersives Erlebnis.Neben dem Palm House ist das Temperate House, das 1863 fertiggestellt und kürzlich restauriert wurde, das größte viktorianische Gewächshaus der Welt. Hier finden sich gemäßigte Pflanzen aus allen Ecken der Welt, viele davon selten oder vom Aussterben bedroht. Die Struktur mit ihren hohen Decken und weiten Räumen ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und des Designs.Die Kew Gardens sind auch bekannt für ihre chinesische Pagode, die 1762 von Sir William Chambers erbaut wurde. Fast 50 Meter hoch bietet die Pagode einen Panoramablick auf die Gärten und ist ein bedeutendes Beispiel für den Einfluss asiatischer Kunst und Architektur in europäischen Gärten des 18. Jahrhunderts.Die Gärten beherbergen eine der reichsten Sammlungen lebender Pflanzen der Welt, mit über 30.000 verschiedenen Arten. Der Bambusgarten und das japanische Minka-Haus bieten eine Oase der Ruhe und zeigen die botanische und kulturelle Vielfalt. Der Wiesengarten hingegen präsentiert die Vielfalt der Grasarten, die sowohl für das Ökosystem als auch für die menschliche Landwirtschaft entscheidend sind.Eine der innovativsten und wichtigsten Aspekte der Kew Gardens ist die Millennium Seed Bank, die Samen von Pflanzen aus der ganzen Welt zur Verhinderung ihres Aussterbens aufbewahrt. Dieses ehrgeizige Projekt zielt darauf ab, bis 2025 25% der weltweiten Pflanzenarten zu erhalten und dient als Versicherungspolice gegen den Verlust der globalen Biodiversität. Im Jahr 2003 wurden die Kew Gardens von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, was ihre historische, wissenschaftliche und kulturelle Bedeutung anerkennt. Diese Auszeichnung ehrt nicht nur die landschaftliche und architektonische Schönheit der Gärten, sondern auch ihre entscheidende Rolle bei der Erhaltung der Biodiversität und der botanischen Forschung.
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