Sir John Soane Museum
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Das Sir John Soane’s Museum, das sich in der Nummer 13 von Lincoln’s Inn Fields in London befindet, ist ein einzigartiger Ort, der ein immersives Erlebnis in die Welt der Architektur, Kunst und Antiquitäten bietet. Dieses Hausmuseum, einst Wohn- und Arbeitsstätte des neoklassizistischen Architekten Sir John Soane, ist eine faszinierende Reise durch den Geschmack und die Kreativität eines der einflussreichsten Architekten des 18. und 19. Jahrhunderts.
John Soane wurde 1753 geboren und war ein äußerst talentierter Architekt, bekannt für seine innovative Arbeit und den mutigen Einsatz von Licht und Raum. Nach seinem Studium an der Royal Academy unternahm Soane eine Reise nach Italien, wo er tief von der klassischen Architektur beeinflusst wurde. Nach seiner Rückkehr nach London etablierte er sich schnell als einer der angesehensten Architekten seiner Zeit und arbeitete an renommierten Projekten wie der Bank of England.Im Jahr 1792 kaufte Soane das Haus in der Nummer 12 von Lincoln’s Inn Fields und später die angrenzenden Grundstücke, die er im Laufe der Jahre in ein außergewöhnliches Museum verwandelte. Sein Ziel war es, einen Ort des Studiums und der Inspiration für junge Architekten und Künstler zu schaffen, eine Art Labor, in dem Ideen erforscht und entwickelt werden konnten.Das Museum ist ein Meisterwerk des Designs und der räumlichen Organisation. Soane nutzte bewegliche Wände, Spiegel und Oberlichter, um das natürliche Licht zu maximieren und ein Gefühl von Weite in einem relativ begrenzten Bereich zu schaffen. Jeder Raum ist ein Beispiel dafür, wie Raum manipuliert werden kann, um erstaunliche visuelle Effekte zu erzielen. Ein besonders bemerkenswertes Beispiel ist der Frühstücksraum, in dem ein gewölbtes Decke und ein farbiges Oberlicht eine helle und luftige Atmosphäre schaffen.Die Sammlung des Sir John Soane’s Museum ist unglaublich vielseitig und spiegelt das breite Interessenspektrum von Soane wider. Sie umfasst Gemälde, Skulpturen, Möbel, architektonische Modelle und archäologische Fundstücke. Zu den bekanntesten Stücken gehören Gemälde von William Hogarth, darunter die berühmte Serie “The Rake’s Progress”, und der Sarkophag von Seti I, ein antikes ägyptisches Artefakt, das Soane mit großer Begeisterung erwarb und stolz in seinem Museum präsentierte.Ein faszinierender Aspekt des Museums ist, wie Soane seine Sammlung in die Räume des Hauses integriert hat. Jedes Objekt wurde sorgfältig angeordnet, um einen visuellen und konzeptionellen Dialog zwischen den Werken zu schaffen. Zum Beispiel sind in der Gemäldegalerie die Wände mit beweglichen Paneelen bedeckt, die geöffnet werden können, um weitere Schichten von Gemälden freizulegen und eine Art unendliche Galerie zu schaffen. Dieser innovative Ansatz zur Kuratierung spiegelt den kreativen und experimentellen Geist von Soane wider.Das Sir John Soane’s Museum ist nicht nur ein Ort ästhetischer Schönheit, sondern auch von historischer Bedeutung. Soane wünschte sich, dass sein Haus und seine Sammlung nach seinem Tod unverändert erhalten blieben. Zu diesem Zweck erhielt er 1833 ein Parlamentsgesetz, das festlegte, dass das Haus “wie nach dem Tod des Namensvetters Sir John Soane” erhalten bleiben sollte. Dieses Gesetz hat es dem Museum ermöglicht, im Wesentlichen unverändert zu bleiben und den Besuchern einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit zu bieten.Neben seiner ständigen Sammlung veranstaltet das Museum regelmäßig temporäre Ausstellungen, die verschiedene Aspekte der Architektur, Kunst und des Designs erkunden. Diese Ausstellungen bieten neue Perspektiven auf die Sammlung von Soane und ihren lang anhaltenden Einfluss in der Welt der Architektur.Eine interessante Anekdote betrifft die Einbeziehung von architektonischen Modellen in das Museum. Soane war ein überzeugter Verfechter der Verwendung von Modellen als Lernwerkzeuge für junge Architekten. In der Krypta des Museums können Besucher eine Reihe von detaillierten Modellen historischer Gebäude und architektonischer Projekte sehen, die einen Einblick in den kreativen Prozess und die Bauweisen der Zeit bieten.
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