Schloss Rathfarnham
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Rathfarnham
Rathfarnham Castle, das sich in der Grafschaft Dublin befindet, ist ein außergewöhnliches Beispiel für historische irische Architektur, das Jahrhunderte von Transformationen und Veränderungen durchlaufen hat. Ursprünglich im Jahr 1583 von Adam Loftus, Erzbischof von Dublin und Lordkanzler von Irland, erbaut, ist das Schloss ein Zeugnis der komplexen sozialen und politischen Geschichte des Landes.
Adam Loftus, ein englischer Geistlicher und Staatsmann, erhielt das Land, auf dem Rathfarnham Castle steht, nach der Beschlagnahme der Ländereien des Viscount Baltinglass infolge eines Aufstands gegen die englische Krone. Loftus, der eine Residenz bauen wollte, die seinen Status widerspiegelte, beauftragte den Bau eines halb befestigten Gebäudes, das durch einen rechteckigen zentralen Block mit Türmen an den Ecken gekennzeichnet war, die zur Verteidigung entworfen waren. Die über anderthalb Meter dicken Mauern mit Schießscharten für Musketen zeugten von der politischen Instabilität der elisabethanischen Zeit.Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde das Schloss dank Henry Loftus, dem ersten Earl of Ely, erheblich umgebaut. Henry, der das Anwesen von seinem Neffen geerbt hatte, begann eine umfangreiche Restaurierung, um die strenge elisabethanische Residenz in eine luxuriöse georgianische Villa zu verwandeln. Für dieses ehrgeizige Projekt engagierte er zwei der renommiertesten Architekten seiner Zeit: Sir William Chambers und James ‘Athenian’ Stuart. Stuart, bekannt für seinen neoklassizistischen Stil, entwarf den Saal des Schlosses, der mit einer geometrischen Decke und Motiven aus der griechischen und römischen Antike verziert war. Chambers hingegen kümmerte sich um die Galerie mit halbkreisförmigen Enden, die mit Holzsäulen verziert war, die bemalt waren, um Stein zu imitieren.Im 18. Jahrhundert beherbergte das Schloss auch eine bemerkenswerte Kunstsammlung, darunter Werke von Künstlern wie Angelica Kauffman und Sir Joshua Reynolds. Diese Gemälde, zusammen mit den eleganten Möbeln, verwandelten Rathfarnham in eine Residenz, die Raffinesse und Kultur symbolisierte.Im 19. Jahrhundert wechselte das Schloss mehrmals den Besitzer und geriet in einen Zustand des halben Verfalls. Die Familie Loftus, die ihren Hauptwohnsitz nach Loftus Hall in der Grafschaft Wexford verlegt hatte, vermietete das Anwesen an verschiedene Mieter. Einer von ihnen, William Conolly, bekannt als “Speaker” Conolly, einer der reichsten Männer Irlands, kaufte das Schloss, lebte aber nie dort, da er seine Residenz in Castletown bevorzugte.Im Jahr 1913 wurde das Schloss an die Jesuiten verkauft, die es als Seminar und spirituellen Rückzugsort nutzten. Während ihrer Verwaltungszeit brachten die Jesuiten weitere Änderungen vor, indem sie zwei Flügel hinzufügten, um eine Kapelle und ein Refektorium unterzubringen. Diese Zeit der religiösen Nutzung endete 1985, als das Schloss aufgrund des Rückgangs der Novizenanzahl verkauft wurde. Die Entscheidung, das Schloss zu verkaufen, löste große Besorgnis in der örtlichen Bevölkerung aus, die befürchtete, dass das Gebäude abgerissen werden könnte.Glücklicherweise wurde das Schloss 1986 zum Nationaldenkmal erklärt und im folgenden Jahr vom Staat gekauft. Das Anwesen wurde einem intensiven Restaurierungsprogramm des Office of Public Works (OPW) unterzogen, das viele der ursprünglichen historischen Elemente wieder zum Vorschein brachte. Heute ist Rathfarnham Castle für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet eine faszinierende Reise durch die Geschichte Irlands. Das Schloss beherbergt auch eine Reihe von Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen, die dazu beitragen, das Interesse an diesem historischen Erbe lebendig zu halten. Zu den faszinierendsten Elementen gehören die Überreste der alten Schießscharten und der originalen Kamine, die einen einzigartigen Einblick in das Leben im 16. Jahrhundert bieten. Besucher können die verschiedenen Räume des Schlosses erkunden und die Kunstwerke und Möbel bewundern, die die Geschichte von Jahrhunderten von Veränderungen und Anpassungen erzählen.
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