Friedhof Père-Lachaise

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Frankreich,
citta, Paris,
XX arrondissement
Der Friedhof Père-Lachaise, der 1804 eröffnet wurde, ist der größte Friedhof von Paris und einer der berühmtesten der Welt. Er erstreckt sich über 44 Hektar im 20. Arrondissement und beherbergt über 70.000 Gräber, was ihn zu einem Ort der ewigen Ruhe für viele der berühmtesten Persönlichkeiten der Geschichte macht. Seine Gründung erfolgte aus der Notwendigkeit heraus, neue Begräbnisstätten außerhalb des Stadtzentrums zu schaffen, da die Pariser Friedhöfe überfüllt waren und hygienische Bedenken aufwarfen. Der Friedhof ist nach François d’Aix de La Chaise benannt, genannt Père La Chaise, dem Beichtvater von Ludwig XIV., der in dem Haus lebte, das einst auf dem Gelände stand. Das Projekt wurde dem Architekten Alexandre-Théodore Brongniart anvertraut, dessen Entwurf einen Gartenfriedhof mit breiten Alleen, Beeten und Gedenkstatuen vorsah, inspiriert von englischen Friedhöfen. Dieser innovative Ansatz verwandelte Père-Lachaise in einen Ort der Schönheit und Gelassenheit, der nicht nur als Begräbnisstätte, sondern auch als öffentlicher Raum für Nachdenken und Spaziergänge gedacht war.Historisch gesehen hat Père-Lachaise viele Veränderungen erlebt und eine bedeutende Rolle in der Geschichte von Paris gespielt. Während der Französischen Revolution wurden die Pariser Friedhöfe aufgelöst und viele Überreste in die Katakomben überführt. Mit der Gründung von Père-Lachaise wurde der Friedhof schnell zum Symbol des neuen Zeitalters, der die Überreste berühmter Persönlichkeiten wie des Dichters Jean de La Fontaine und des Dramatikers Molière aufnahm, deren Knochen hierher überführt wurden, um den Prestige des Ortes zu steigern.Der Friedhof ist bekannt für seine außergewöhnliche Sammlung von monumentalen Gräbern und Grabkunstwerken. Besonders hervorzuheben ist das Grab von Oscar Wilde, dem berühmten irischen Schriftsteller, dessen Grab von einer riesigen Sphinx geschmückt ist, die von Jacob Epstein gemeißelt wurde. Wildes Grab war jahrelang mit Küssen von Fans mit Lippenstift bedeckt, eine Tradition, die die Behörden veranlasste, eine Glassperre zu installieren, um es zu schützen.Ein weiteres bedeutendes Denkmal ist das Grab von Jim Morrison, dem legendären Sänger von The Doors, der 1971 in Paris starb. Sein einfaches, aber oft besuchtes Grab ist zu einer Pilgerstätte für Fans aus aller Welt geworden. Die Inschrift auf dem Grabstein, “ΚΑΤΑ ΤΟΝ ΔΑΙΜΟΝΑ ΕΑΥΤΟΥ” (“Treue zu seinem eigenen Geist”), spiegelt die rebellische Seele des Sängers wider.Père-Lachaise beherbergt auch die Gräber anderer berühmter Persönlichkeiten wie Edith Piaf, der legendären französischen Sängerin, und Marcel Proust, dem Autor von “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit”. Beide sind in Gräbern begraben, die Besucher anziehen, die ihren kulturellen Idolen Tribut zollen möchten.Der Friedhof ist in 97 Abschnitte unterteilt, jeder mit seiner eigenen einzigartigen Eigenschaft und seinen Geschichten. Ein Besuch in Père-Lachaise kann eine echte künstlerische und historische Erkundung sein, mit Gräbern, die vom neoklassizistischen über das gotische bis zum modernen Stil reichen. Einige der bemerkenswertesten Denkmäler sind die Kapelle von Héloïse und Abélard, den berühmten mittelalterlichen Liebenden, deren Geschichte als eine Art französisches Romeo und Julia überliefert wurde. Ihr Grab, geschmückt mit Skulpturen, die sie zusammen darstellen, symbolisiert die ewige Liebe.Vom politischen Standpunkt aus war Père-Lachaise Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse, wie der Schlacht um die Pariser Kommune im Jahr 1871. Die Kämpfe zwischen den Kommunarden und den Regierungstruppen gipfelten in der sogenannten “Blutwoche”, während der viele Kommunarden getötet und auf dem Friedhof begraben wurden. Die Mauer der Fédérés, wo die Kommunarden erschossen wurden, ist heute ein Denkmal, das an dieses tragische Kapitel der französischen Geschichte erinnert.
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