Institut für Film EYE

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Das EYE Film Institute, gelegen an der Uferpromenade des IJ in Amsterdam, ist eine Institution, die der Feier und Bewahrung der niederländischen und internationalen Filmkultur gewidmet ist. Dieses außergewöhnliche Gebäude, entworfen vom Wiener Architekturbüro Delugan Meissl Associated Architects, wurde am 5. April 2012 eröffnet und markierte eine bedeutende Veränderung in der städtischen Landschaft von Amsterdam-Noord. Die Struktur, mit ihren dynamischen geometrischen Formen, repräsentiert die Interaktion zwischen Licht, Raum und Bewegung, Themen, die der Filmkunst innewohnen. Die Geschichte des EYE Film Institute reicht bis ins Jahr 1946 zurück, als das Niederländische Filmarchiv von David van Staveren, Felix Halverstad und den Direktoren des Filmtheaters Kriterion, Piet Meerburg und Paul Kijzer, gegründet wurde. Im Laufe der Jahre hat sich diese Institution weiterentwickelt und wurde 1952 zum Nederlands Filmmuseum. Das Institut erlebte mehrere Standortwechsel, vom Stedelijk Museum zum Vondelparkpaviljoen, wo es von 1972 bis 2012 residierte. In diesen Jahren erweiterte das Filmmuseum seine Sammlung enorm und erwarb einzigartige Stücke wie das Archiv von Jean Desmet, einem Pionier des Kinos, der Filme aus der Zeit von 1907 bis 1916 aufbewahrte.Das EYE Film Institute verfügt über eine beeindruckende Sammlung von über 55.000 Filmen, die von den frühesten Stummfilmen bis zu den neuesten digitalen Produktionen reichen. Neben den Filmen bewahrt das Institut Hunderttausende von Fotografien, Plakaten, Filmgeräten und Archiven von Filmemachern auf und bietet einen umfassenden Überblick über die Filmgeschichte. Zu den restaurierten Filmen gehören Meisterwerke wie “Wan Pipel” von Pim de la Parra, “Zeemansvrouwen” von Henk Kleinmann und “Karakter” von Mike van Diem. Diese Werke spiegeln das Engagement des Instituts wider, das niederländische und internationale Filmerbe zu bewahren und zu würdigen. Die Mission des EYE ist dreifach: bewahren, leiten und innovieren in der Welt des Films. Als Hüter des Filmerbes verpflichtet sich das Institut, Filme nachhaltig zu konservieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als Führer kuratiert das EYE Programme, die historisch bedeutende, vergessene oder kontroverse Filme hervorheben und ein breiteres Verständnis der Filmgeschichte fördern. Schließlich erkundet das Institut als Pionier neue Wege, um den Film zugänglich zu machen, einschließlich der Präsentation künstlerischer Werke in VR und Ausstellungen, die Film und bildende Kunst verbinden.Die Architektur des Gebäudes selbst ist ein Meisterwerk zeitgenössischen Designs. An einer Übergangszone zwischen Land und Wasser und zwischen der historischen Altstadt von Amsterdam und den neuen städtischen Entwicklungen von Amsterdam-Noord gelegen, scheint das EYE-Gebäude je nach Blickwinkel seine Form zu verändern und schafft einen ständigen Dialog mit der Umgebung. Diese Eigenschaft spiegelt das wandelbare und dynamische Wesen des Films als Kunstform wider.Der Umzug vom Vondelparkpaviljoen zum neuen Standort stellte einen bedeutenden Wendepunkt für das Institut dar. Die neue Struktur bietet hochmoderne Räume für die Filmvorführung, darunter vier Auditorien unterschiedlicher Größe, sowie großzügige Räume für Ausstellungen und Bildungsprogramme. Die sonnige Terrasse des EYE, die auf das IJ blickt, bietet zudem einen Panoramablick auf die Stadt und macht das Museum zu einem idealen Ort nicht nur für Filmbegeisterte, sondern auch für diejenigen, die einen der besten Ausblicke auf Amsterdam genießen möchten.
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