Puppenmuseum
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Das Marionettenmuseum, das sich im Kloster der Bernardas im Madragoa-Viertel von Lissabon befindet, bietet eine faszinierende Reise durch die Geschichte und Kunst der Marionette. Gegründet im Jahr 1987 von der Companhia de Marionetas de São Lourenço, wurde das Museum das erste in Portugal, das sich ganz der Erhaltung und Verbreitung der Marionettentradition widmete, mit besonderem Augenmerk auf portugiesische und internationale Marionetten.
Der Sitz des Museums, das Kloster der Bernardas, fügt eine weitere Schicht historischen und architektonischen Interesses hinzu. Im 17. Jahrhundert auf Anordnung von König Johann IV. erbaut, hat das Kloster verschiedene Schicksale erlebt, darunter die Zerstörung durch das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 und verschiedene Änderungen der Nutzung, bis es Ende des 20. Jahrhunderts von der Stadt Lissabon erworben und renoviert wurde. Heute beherbergt das Kloster neben dem Museum auch private Residenzen und ein Gemeindezentrum.Die Sammlung des Museums ist außergewöhnlich vielfältig, mit über 1000 Stücken, die von traditionellen portugiesischen Marionetten bis hin zu komplexen vietnamesischen Wassermarionetten, sizilianischen Puppenopern bis hin zu chinesischen Handschuhen und afrikanischen und asiatischen Masken und Marionetten aus der Sammlung von Francisco Capelo reichen. Die Ausstellungen sind so gestaltet, dass sie den Kontrast zwischen Licht und Schatten betonen und eine magische und immersive Atmosphäre für die Besucher schaffen. Das Marionettenmuseum feiert nicht nur die künstlerische Tradition der Marionetten, sondern erforscht auch ihre Rolle in der sozialen und politischen Geschichte. Marionetten haben oft die öffentliche Meinung reflektiert und beeinflusst, indem sie als Instrumente der Satire und sozialen Kritik fungierten. In Portugal ist die Tradition des Marionettentheaters eng mit der Figur von António José da Silva, bekannt als “O Judeu”, verbunden, der im 18. Jahrhundert Marionetten verwendete, um lyrische und theatralische Werke darzustellen, oft karikaturhaft und satirisch.Die Mission des Museums ist daher zweifach: das kulturelle Erbe der Marionetten bewahren und wertschätzen sowie Innovation und Kreativität durch neue künstlerische Ansätze fördern. In diesem Sinne arbeitet das Museum mit Künstlern, Sammlern und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt zusammen, um temporäre Ausstellungen und kulturellen Austausch zu organisieren, die sein Angebot und seine Sammlung weiter bereichern.Ein interessantes Beispiel für diese internationale Öffnung ist die Ausstellung von Masken und Marionetten aus Südostasien und Afrika, die einen Überblick über die verschiedenen Marionettentraditionen und ihre kulturelle Bedeutung bietet. Diese Ausstellungen erweitern nicht nur den Horizont der Besucher, sondern betonen auch die interkulturellen Verbindungen und die Universalität der Kunst der Marionette.
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