Kirche der Großen Mutter Gottes
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citta, Turin,
Borgo Po
Die Kirche der Großen Mutter Gottes in Turin ist ein prächtiges Beispiel neoklassizistischer Architektur am rechten Ufer des Flusses Po. Sie wurde erbaut, um die Rückkehr von Vittorio Emanuele I. von Savoyen nach der Niederlage Napoleons zu feiern. Der Bau begann 1818 und wurde 1831 abgeschlossen. Der Architekt Ferdinando Bonsignore wurde mit dem Projekt beauftragt und ließ sich vom Pantheon in Rom inspirieren, was der Kirche einen kreisförmigen Grundriss und einen imposanten Portikus verlieh.
Die Kirche erhebt sich über eine prächtige Treppe, die von zwei Statuen dominiert wird, die den Glauben und die Religion darstellen und 1828 vom Bildhauer Carlo Chelli geschaffen wurden. Diese Figuren symbolisieren die grundlegenden Werte der katholischen Kirche, und laut einigen Legenden könnte eine von ihnen sogar den Heiligen Gral bewahren. Dieses Detail hat dazu beigetragen, das Geheimnis um die Große Mutter Gottes zu verstärken und sie zu einem Ort von großem Charme und Neugierde zu machen.
Das Tympanon der Kirche ist mit einem Marmorrelief von Francesco Somaini verziert, das die Jungfrau mit dem Kind zeigt, die von den Stadträten von Turin geehrt wird. Dieses Skulpturenelement unterstreicht die tiefe Verbindung zwischen der Stadt Turin und ihrer Marienverehrung.
Das Innere der Kirche ist einfach, aber feierlich, mit einem einzigen kreisförmigen Kirchenschiff und einem Hauptaltar im Osten, der von zwei großen Säulen aus rotem Porphyr geprägt ist. Zu den im Inneren aufbewahrten Kunstwerken gehören die Skulpturen von San Carlo Borromeo und San Giovanni Battista, geschaffen von Giuseppe Bogliani, sowie die Statue der Großen Mutter Gottes mit dem Kind, ein Werk von Andrea Galassi. Die Kuppel, verziert mit fünf Reihen achteckiger Kassetten, ist ein Meisterwerk neoklassizistischer Architektur und endet in einem kreisrunden Okulus, der das äußere Licht filtert.
Der Sockel der Kirche beherbergt ein Ossarium für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, das zwischen 1933 und 1940 errichtet wurde. Dieser Erinnerungsort betont die historische und soziale Bedeutung der Kirche, nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als Symbol der Erinnerung und des Respekts für die Opfer der Soldaten.
Die Große Mutter Gottes befindet sich in einer strategischen Lage, mit Blick auf die Vittorio Emanuele I.-Brücke und den zentralen Vittorio Veneto-Platz. Diese Lage, zusammen mit dem Panoramablick auf den nahegelegenen Monte dei Cappuccini, trägt zu einem der beeindruckendsten Ausblicke auf Turin bei. Die Kirche ist leicht vom Stadtzentrum und den Bahnhöfen Porta Nuova und Porta Susa aus erreichbar, mit Straßenbahn- und Bushaltestellen in unmittelbarer Nähe.
Eine interessante Anekdote besagt, dass die Kirche angeblich auf einem antiken Tempel der ägyptischen Göttin Isis erbaut wurde. Diese Geschichte fügt der Großen Mutter Gottes eine weitere Schicht von Geheimnis und Faszination hinzu und zieht Neugierige und Geschichts- und Legendenliebhaber an.
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