Kirche Santa Maria del Monte dei Cappuccini

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Italien,
citta, Turin,
Borgo Po
Die Kirche Santa Maria al Monte dei Cappuccini, die auf einem Hügel über Turin thront, ist ein herausragendes Beispiel spätrenaissance und manieristischer Architektur. Im Auftrag von Carlo Emanuele I. von Savoyen im Jahr 1581 entworfen, wurde die Kirche von Ascanio Vitozzi entworfen und später von Carlo und Amedeo di Castellamonte fertiggestellt. Die Arbeiten begannen 1583 und endeten 1656 nach verschiedenen Unterbrechungen aufgrund von Pest und Bürgerkriegen. Die Kirche und das Kloster wurden den Kapuzinermönchen anvertraut, einem religiösen Orden, der für sein Engagement im Gebet und in der Nächstenliebe bekannt ist. Die strategische Lage des Monte dei Cappuccini spielte auch während der Belagerungen von Turin eine entscheidende Rolle, insbesondere während der Belagerung von 1640, als die Kirche dank eines als wunderbar betrachteten Ereignisses, einer Feuerzunge, die den Tabernakel vor französischen Plünderungen schützte, wundersam verschont blieb. Die Architektur der Kirche hat einen griechischen Kreuzgrundriss mit einer majestätischen achteckigen Trommel, die von einer bleiverkleideten Kuppel überragt wird. Das Innere ist reich verziert mit polychromen Marmoren und barocken Fresken, Werke von Künstlern wie Isidoro Bianchi und Stefano Maria Clemente. Der Hauptaltar, entworfen von Carlo di Castellamonte, ist ein Meisterwerk der Marmorskulptur, verziert mit Engeln und religiösen Symbolen. Die Kirche beherbergt zahlreiche Kunstwerke, darunter ein Ölgemälde von Guglielmo Caccia, genannt il Moncalvo, das das Martyrium des Heiligen Mauritius, Schutzpatron des Hauses Savoyen, darstellt. Unter dem linken Seitenaltar ruhen die Überreste von Sant’Ignazio da Santhià, einem sehr verehrten Kapuzinermönch, der im 18. Jahrhundert im Kloster lebte und starb. Santa Maria al Monte dei Cappuccini ist auch ein Ort von großer Bedeutung für die religiöse und zivile Gemeinschaft von Turin. Jedes Jahr am 12. Mai wird der Jahrestag des eucharistischen Wunders von 1640 gefeiert, ein Ereignis, das zahlreiche Gläubige und Pilger anzieht. Die Panoramalage des Berges bietet einen spektakulären Blick auf die Stadt und die Alpen und macht ihn nicht nur zu einem spirituellen, sondern auch zu einem touristischen Anziehungspunkt. Neben der Kirche umfasst das Gelände das Nationale Bergmuseum, das der Geschichte des Bergsteigens und der Bergkultur gewidmet ist. Das Museum beherbergt eine reiche Sammlung von Ausrüstungen, Dokumenten und Fotos, die von den Abenteuern der Bergsteiger und der Entwicklung der Klettertechniken erzählen. Die Panoramaterrasse des Museums bietet einen atemberaubenden Blick auf Turin und die umliegenden Berge und ist ein weiterer Anziehungspunkt für Besucher und Bergliebhaber. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrmals restauriert und verändert, hat aber immer ihre architektonische Integrität und ihren historischen Charme bewahrt. Während der napoleonischen Zeit wurde das Kloster vorübergehend aufgelöst und für militärische Zwecke genutzt, aber später den Kapuzinermönchen zurückgegeben, die sich weiterhin um Pflege und Verwaltung kümmern. Ein weiteres interessantes Element sind die hölzernen Statuen von Kapuzinerheiligen, geschaffen von Stefano Maria Clemente, die die vier Ecken der Kirche schmücken. Diese Statuen, zusammen mit den darunter liegenden ovalen Gemälden, die andere Heilige darstellen, bereichern die sakrale Umgebung und schaffen eine Atmosphäre tiefer Hingabe und Spiritualität. Der Monte dei Cappuccini mit seiner Kirche und dem Kloster ist auch ein Ort des Friedens und der Besinnung, fernab vom Trubel der Stadt. Die Gärten, die das Gelände umgeben, bieten eine Oase der Ruhe, ideal für meditative Spaziergänge und Gebetszeiten. Die Kapuzinergemeinschaft spielt weiterhin eine aktive Rolle im religiösen und sozialen Leben der Stadt, indem sie spirituelle Unterstützung und Hilfe für Bedürftige bietet.
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