Katakomben von Priscilla

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Die Katakomben von Priscilla, entlang der Via Salaria in Rom gelegen, sind eines der wichtigsten und faszinierendsten unterirdischen Komplexe der Stadt, oft als “Königin der Katakomben” bezeichnet aufgrund der hohen Konzentration von Märtyrern und Päpsten, die dort begraben sind. Dieses weitläufige Labyrinth von unterirdischen Gängen, das sich über etwa 13 Kilometer erstreckt, wurde von den frühen Christen zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert als Begräbnisstätte und Zufluchtsort während der Verfolgungen genutzt. Die Katakomben sind nach der römischen Adligen Priscilla benannt, die wahrscheinlich das Land für den Bau des Friedhofs gespendet hat. Nach einigen Quellen war Priscilla die Frau von Manius Acilius Glabrio, einem römischen Konsul, der zum Christentum konvertierte und Märtyrer wurde. Die Struktur besteht aus drei Hauptbereichen: dem Arenarium, das ursprünglich als Tuffsteinbruch genutzt wurde; dem Kryptoportikus einer großen römischen Villa; und dem unterirdischen Begräbnisbereich der Familie Acilius Glabrio. Eines der markantesten Merkmale der Katakomben von Priscilla ist die außergewöhnliche Sammlung von Fresken, die einen einzigartigen Einblick in das Leben und die Überzeugungen der frühen Christen bieten. Besonders berühmt ist die Griechische Kapelle, ein großer quadratischer Raum mit einem Bogen, der mit Fresken aus dem 3. Jahrhundert verziert ist. Hier kann man biblische Szenen sowohl aus dem Alten als auch dem Neuen Testament bewundern, darunter das berühmte Fresko der “Fractio Panis”, das sieben Personen zeigt, die um einen Tisch sitzen, wahrscheinlich an einem Begräbnisbankett oder einem eucharistischen Ritual teilnehmend. Dieses Fresko wird oft als eine der frühesten Darstellungen des Letzten Abendmahls interpretiert. Die Griechische Kapelle enthält auch das, was viele Gelehrte als das älteste bekannte Marienbild betrachten, das aus dem 3. Jahrhundert stammt und die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind im Schoß zeigt. Diese Darstellung ist von großer historischer Bedeutung, da sie dem Konzil von Ephesus von 431 vorausgeht, das Maria offiziell zur Mutter Gottes erklärte. Außerdem gibt es ein Fresko des Guten Hirten, ein christliches Symbol für Christus, der seine Herde beschützt, adaptiert von prächristlichen Bildern von Hirten, die Tiere auf ihren Schultern tragen. Entlang der Gänge und Galerien der Katakomben befinden sich zahlreiche Loculi, rechteckige Nischen in den Wänden, die für Bestattungen vorgesehen waren und oft mit Marmor- oder Terrakottaplatten verschlossen wurden. Diese Loculi wurden hauptsächlich für die Armen genutzt, während die Cubiculi, kleine private Räume, den wohlhabenderen Familien vorbehalten waren. Zu den bedeutendsten Gräbern gehören die von zahlreichen Märtyrern und zwei Päpsten: Marcellinus und Marcellus I, die hier zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert begraben wurden. Ein weiteres interessantes Element ist das sogenannte “Museum der Sarkophage”, das eine Sammlung von dekorierten Sarkophagen beherbergt, die in der Katakomben gefunden wurden. Dieses Museum bietet einen Einblick in die römische Grabkunst und die Begräbnispraktiken der frühen Christen, mit Exemplaren, die biblische Szenen und christliche Symbole wie das Ichthys, den Fisch, zeigen, ein griechisches Akronym für “Jesus Christus, Sohn Gottes, Retter”.
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